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KONTERFEI3

Zeichnung vom Naturstudium bis zur Karikatur

KONTERFEI 3 ausgestellt.

Jeden Samstag und Sonntag von 10 Uhr bis 18 Uhr werden die teilweise bereits bekannten, teilweise neue Zeichnungen und Plastiken der beteiligten Künstler*innen zum Thema gezeigt. 

Außer Vertreter*innen der Galerie wird immer ein/e ausstellende/r Künstler*in anwesend sein. 

FIGURA UMANA

Laokoonae 2020, Bernhard Kucken

Figura Umana – im Zentrum der Mensch

04.11.2023 – 10.12.2023

Fr 18-21 Uhr / Sa + So 10-18 Uhr

Eröffnung: 04.11.2023 um 18 Uhr

Kunstforum in der Säulenhalle des Renaissance-Rathauses von Groß-Umstadt

Säulenhalle Groß-Umstadt, Markt 1, 64823 Groß-Umstadt

Figura Umana – im Zentrum der Mensch, zeigt eine Ausstellung figurativer Skulpturen, und schafft damit ein Gegenüber: der Mensch mit seinen wesentlichen Emotionen (Trauer, Liebe,  Melancholie), seiner Schönheit, seinem Ringen und seiner Verletzbarkeit wird unmittelbar zum Thema. Den ausstellenden BildhauerInnen geht es dabei nicht vordergründig um eine illustrative Darstellung oder der Übermittlung eines konzeptionellen, literarischen Inhaltes, sondern um etwas, was außerhalb der Konzeptionskunst und auch dem puren handwerklichem Können liegt: Mit professionellen bildhauerischen Mitteln bringen sie ihre Vorstellung vom Menschen sinnbildhaft  in eine Formensprache. 

Kaum ein künstlerisches Medium schafft es, derart präsent und zugleich abstrakt den Menschen in das Zentrum der Kunst zu rücken: Die figurative Bildhauerei vermag aber nur dann realistisch   zu wirken, wenn sie der Fantasie und Formkraft des Künstlers entspringt. Bloßes Nachahmen wäre hier nicht nur künstlerisch unproduktiv, sondern auch im Ergebnis unlebendig. Die Künstler und Künstlerinnen des Künstlersonderbundes fühlen sich dem Realismus in diesem Grundgedanken besonders verbunden und freuen sich darauf, erstmalig in Gross-Umstadt eine Ausstellung mit mannigfaltiger figurativer und realistischer Bildhauerei zu zeigen. Zu sehen sind unter anderem Arbeiten von: Karin Bohrmann, Ubbo Enninga, Sabine Hoppe, Nina Koch, Martin Konietschke, Andreas Krämmer, Bernhard Kucken, Eberhard Linke, Ute Safrin und Carmen Stahlschmidt.

GENERATIONEN

Bernhard Kucken/ miss liberty Video: ©Susanne Hille

Generationen

An drei Standorten präsentieren sich jeweils Studierende und Lehrkräfte, sie zeigen kontrastierende Positionen und zugleich ihre gemeinsame Überzeugung, dass Kunst den Austausch über Generationen hinweg braucht.

Wenn eine Institution wie die Kunstakademie Düsseldorf seit 250 Jahren besteht, dann meint dies auch die komplexe Geschichte der Weitergabe verschiedenster Kenntnisse und Fähigkeiten von einer Generation an die jeweils nächste. Sämtliche Themen der Kunst wurden und werden stetig diskutiert, Fragen zum Umgang mit Material oder Werkzeugen, Überlegungen zu Strategien und Arbeitsweisen wollen fortlaufend erörtert werden.

Diese kontinuierliche Kommunikation soll nun mit dem Ausstellungsprojekt GENERATIONEN, als einem künstlerischen Dialog zwischen Studierenden und Leiterinnen und Leitern verschiedener Einrichtungen der Kunstakademie neu veranschaulicht werden. Durch bildnerische Arbeiten werden beispielhaft Gespräche zwischen Lehrkraft und Studierenden oder Alumni dokumentiert. Unterschiedliche Sichtweisen und Wege der Kooperation werden so nachvollziehbar. Wo ist ein Anfang, wann und wie entwickelt sich ein Zusammenhang? Der Diskurs über Qualitäten oder Entscheidungen über die Präsentation werden gemeinsam auf Augenhöhe entwickelt.

AUSSTELLUNG 3
02.11. – 19.11.2023, Mi-So, 12-18 Uhr

Akademie-Galerie – Die Neue Sammlung, Düsseldorf, Burgplatz 1

Andreas Bee, Tristan Hutgens, Axel Kreiser, Anna van Baarsen, Lothar Kröll, Sophie Ramirez, Bernhard Kucken, Elija Wegmann, Herbert Willems, Tobias Berger

AUSSTELLUNG 2
Vom 09.09. – 15.11.2023
Im Park des Malkasten Düsseldorf, Jacobistr. 6a

Der Malkastenpark ist täglich von 10 – 20 h geöffnet, letzter Einlass 18 Uhr.

Eröffnung der Ausstellung am Samstag, 9. September 2023, 16 Uhr

Bernhard Kucken/Argus Foto: ©Susanne Hille
Elija Wagmann/Tanne Foto: ©Oliver Blum

Sophie Ramirez/1+1=1 Foto: ©Susanne Hille

AUSSTELLUNG 1

seit Juli 2023 in der Heinrich-Heine-Allee 9/ K20

Skulpturen von Bernhard Kucken & Frederic Bahr

Bernhard Kucken – Miss Liberty // Frederick Bahr – Wirbelsäule  Foto: © Oliver Blum

Miss Liberty – Wirbelsäule
Manchmal werden Skulpturen im öffentlichen Raum allgemeingültige Zeichen.
Die amerikanische Freiheitsstatue oder Lady Liberty auf Liberty-Island vor New York, ist ein solches Symbol. Bernhard Kucken wählte diese bekannteste Statue für eine eigene Interpretation. Seine Skulptur „Miss Liberty“ ist nicht monumental wie das Vorbild, Farbigkeit und ein profilierter Sockel wurden ansatzweise übernommen. Aus einem klassischen Faltenwurf und dem hierbei zu Grunde liegenden Tuch, entwickelte Kucken eine rätselhafte figurative Skulptur. Aus der Lady wurde eine Miss, eine verhüllte Frau als mehrgesichtiger Erscheinung. Der Stolz, welcher eng mit dem Wert der Freiheit verknüpft ist, pendelt hier zwischen ewiger Wandlungsfähigkeit des menschlichen Gesichts und flüchtig geisterhaft aufscheinenden Visagen. Es gibt nicht eine Freiheit, es sind viele Freiheiten, repräsentiert durch das weibliche Antlitz, dessen Blick viele Richtungen und Perspektiven wählen kann.

Frederic Bahr, zeigt eine dottergelbe Arbeit, die er „Wirbelsäule“ nennt. Ein klar gegliederter Aufbau verschiedener Volumen, erinnert eher an einen einzelnen Wirbelkörper mit seinem Dornfortsatz. Doch ist davon auszugehen das Bahr den Titel nicht leichtfertig wählte, er weniger auf die reale Wirbelsäule als gleichsam auf das Rückgrat Bezug nimmt, also auf derjenigen Sache, die es für den freien Stand einer Form, wie den aufrechten Gang braucht.

Scheint es zunächst so, dass die beiden auf der Heinrich- Heine-Allee gezeigten Skulpturen wenig miteinander gemein haben, so sind sie doch durch die Gewissheit verknüpft, dass es für das Ideal der Freiheit unbedingt Standfestigkeit oder Rückgrat braucht. Für die Kunstakademie Düsseldorf wiederum ist die künstlerische Freiheit das höchste Gut, ihr ist man zutiefst verpflichtet.

Warum Generationen?

Über die Verbindung von Wollen und Können, als langer Kette der Weitergabe

Als Lambert Krahe 1773 die Kunstakademie Düsseldorf gründete, war Johann Sebastian Bach seit 23 Jahren tot und Johann Wolfgang Goethe schrieb erst im folgenden Jahr seinen Bestseller „Die Leiden des jungen Werther“. Vielleicht lässt sich so ermessen, in welcher kulturellen Tiefenschicht die Wurzel der Kunstakademie Düsseldorf ungefähr gründet.

Wie lassen sich 250 Jahre vergangene Zeit erfassen? Die Malerei und Bildhauerei als Kunstgattungen ihrerseits sind mehrere tausend Jahre alt. Die kontinuierliche Vermittlung künstlerischer Techniken und die fokussierte Auseinandersetzung um bildnerische Überlegungen an einer festen Stätte, sind zumindest in Deutschland, kaum älter. Einen Ort zu gründen, an dem man sich mit allen Fragen der Kunst beschäftigt ist eine Sache, eine andere ist es, dauerhaft über sich verändernde Gesellschaften hinweg, fortzubestehen. Wie nur konnte das gelingen?
Damit dieses Haus immer wieder erfolgreich sein konnte, brauchte es nicht nur Ausstattung, lehrende und lernende Personen, es brauchte auch eine Stadtgesellschaft, die sich für das Wirken und die Diskurse der Akademie interessierte. Es brauchte also ein Spannungsfeld an Erwartungen aus dem Umfeld, sowie eine eigentlich unmögliche Tradition des Hauses, nämlich jene überraschen zu wollen. Betrachtet man die lange Reihe an Persönlichkeiten, die über Epochen hinweg mit der Kunstakademie Düsseldorf verknüpft sind, so wird deutlich das erstaunlicherweise der Zusammenhang Lehren, Studieren, Überraschen immer wieder neu belebt wurde. Viele Absolventen wurden Lehrende. Die als Lehrende sonst ins Haus kamen, gerieten weit tiefer in den Bann der Akademie, als sie es sich womöglich zunächst vorgestellt haben mochten.

Wenn sich Frauen und Männer an Hochschulen oder Universitäten der Wissenschaft und Forschung verschreiben, dann verfolgen sie spezifische Fragen allein oder im Team und gelangen irgendwann zu Antworten, die durch Evidenz überzeugen. Bei künstlerischen Fragen gibt es keinen Beweis, kein eindeutiges falsch oder richtig. KünstlerInnen arbeiten und machen Erfahrungen. Wer betrachtet, betrachtet eine Möglichkeit und nicht eine unumstößliche Gewissheit. Gibt es für wissenschaftliches Arbeiten Standards und Regeln, so trifft dies in gleicher Weise für das Machen von Kunst nicht zu. Versteht jemand die Proportionen des goldenen Schnitts anzuwenden, führt dies nicht zwangsläufig zu interessanter Kunst. Weiß man etwas über die menschliche Anatomie, über die Verhaltensweise eines Materials oder die Phänomene des Lichts, so sind dies immer nur Teilaspekte bildnerischer Arbeit. Sie erklären nicht, warum eine Betrachterin, ein Betrachter davon berührt oder gar fasziniert wird. Diejenigen, die in den Räumen der Kunstakademie arbeiten, wollen zuerst selbst etwas sehen oder anderen sichtbar machen, sie möchten etwas anders erleben oder vielleicht etwas verstecken damit es entdeckt werden mag, etwas verwandeln, damit es neu gesehen wird. Dabei verwenden die angehenden Künstler Farben oder Gips oder Papier, wie seit Jahrhunderten schon, oder sie manipulieren Bilddateien oder Gefundenes, damit etwas aufblitzt als Eigenart oder Empfindung oder Rätsel. Vieles ist Versuch und Scheitern, immer jedoch sind es Ergebnisse die allein oder mit anderen eingeordnet werden wollen. Der Prozess des Verbesserns, die radikale Änderung oder siebzehnte Wiederholung, all das sind Alltagsbeschäftigungen in diesem Haus.

Doch wie geschieht die Zusammenarbeit in den Ateliers und Einrichtungen? Wie werden Fähigkeiten, Kenntnisse und Wissen über Generationen weitergereicht? Einerseits geschieht dies seit Jahrhunderten über Erklären und Üben einzelner Techniken, andererseits individuell entlang den persönlichen Vorstellungen zu einer einzelnen Arbeit. In Einzelgesprächen werden verschiedene Möglichkeiten, wie ein bestimmtes Ergebnis erzielt werden kann, besprochen, dann entscheidet die oder der Studierende und beginnt mit der praktischen Umsetzung. Nicht immer werden Dinge sofort gelingen. Die Besprechung von ungenügenden Resultaten, Schlussfolgerungen wie genau sie verbessert werden können, sind immer Teil des Arbeitsprozesses, sie bedeuten das Studium der freien Kunst. Weiter sind die Diskussionen in den Künstlerklassen mit den ProfessorInnen, den Kommilitoninnen und Kommilitonen für das Verständnis der Qualitäten einzelner Arbeiten essenziell. Für die Weitergabe künstlerischer Techniken, grundsätzliche Fragestellungen innerhalb der Kunst oder die eingehende Betrachtung etablierter Kunst, tauschen sich die ProfessorInnen der Akademie, sowie die LeiterInnen der verschiedenen zentralen Einrichtungen kontinuierlich aus.

Das Ausstellungsprojekt GENERATIONEN führt diese Arbeitsteilung weiter, indem mit Dialogpartnern, bestehend aus Studierenden und Lehrkraft, für die Beteiligten selbst eine neue Situation und Herausforderung gemeistert wird. Für den unbeteiligten Betrachter mag sich die Frage, welches die jüngere oder die ältere künstlerische Haltung ist, aufdrängen, ebenso wie die Spekulation worin das Verbindende dieser Positionen besteht. In jedem Fall sind die unterschiedlichen Konstellationen verbunden im Ziel, sich gegenseitig anzuregen und weiterzubringen, für das Schaffen neuer Kunst.

https://www.generationen.org/